Carolagrün



Das Foto wurde uns von "Vogtland History"-André Baldauf
bereitgestellt

-Carolagrün um 1901-
 

Auf der Hauptversammlung des Volksheilstättenvereins wurde am 22. Mai 1898 der Plan, auch eine Heilstätte für weibliche Lungenkranke zu gründen, zum Beschluss erhoben.
Einmal konnte „über eine wider Erwarten erfreuliche Vermehrung des Vereinsvermögens“ berichtet werden, zum anderen gab es eine „namhafte Zuwendung gelegentlich der Jubelfeier des Königs Albert“ (Angaben nach Dr. Mavenstein: „Frauen- und Kinder-Volksheilstätte Carolagrün“, -aus: „Der Sächsische Heilstättenverein für Lungenkranke und seine Anstalten“, o. J.).

Entscheidend war ein größeres zinsfreies Darlehen seitens der Landesversicherungsanstalt Sachsen. Als Bauplatz wurde eine Stelle 2,5 km östlich von Albertsberg, 650 Meter über dem Meeresspiegel, gewählt, um einige Betriebseinrichtungen wie Wasserleitung, Wäscherei oder Anstaltsgespanne gemeinsam nutzen zu können. Die Baupläne stammten, wie bereits in Albertsberg, von Prof. Tscharmann, Leipzig und Prof. Curschmann, Dresden, die Bauarbeiten führte der Baumeister Heinrich Unger, Schönheide, durch. Am 05. August 1899, dem Geburtstag der Königin Carola, fand die Grundsteinlegung statt, „und bereits 14 Monate später am 15. Oktober 1900, konnte die feierliche Einweihung in Gegenwart der Königin erfolgen. Der Königin zu ehren wurde der Heilstätte der Name Carolagrün gegeben“ (Zitat s. Dr. Gebser a.a.O.). Damit fiel die Gründung in eine Zeit, in der sich die Erkenntnis mehr und mehr Bahn brach, dass nicht nur, wie bis dahin den begüterten Lungenkranken die Wohltat einer Heilstätte nur vorbehaltlos sein durfte, sondern dass gerade der Angelpunkt der gesamten Tuberkulosebekämpfung in der Ermöglichung solcher Kuren für die unbemittelten Kreise liege…“ (Dr. Gebser a.a.O.).

Zur Behandlung tuberkulosekranker Kinder wurde 1907 das Hauptgebäude um einen Anbau an den östlichen Flügel erweitert. „1913 konnte ein von der Heilstätte völlig getrenntes Kinderheim mit 40 Betten und einer kleinen Schule fertiggestellt und bezogen werden.“

1946 übernahm die damalige Landesverwaltung Sachsen den gesamten Besitz des Heilstättenvereines. Die Heilstätten Bad Reiboldsgrün, Albertsberg und Carolagrün werden unter der Bezeichnung“ Vereinte Lungenheilstätten Bad Reiboldsgrün“ zusammengeschlossen.

Seit dem 1. April 1966 gehört Carolagrün zum Fachkrankenhaus für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie Bad Reiboldsgrün. Nach der Wende 1989 wurden in den Stationen, die der heilpädagogischen Förderung, Pflege und psychiatrischen Rehabilitation geistig-behinderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener dienten, schrittweise Wohnheimbereiche eingerichtet.

Am 1. Januar 1996 wurde die Lebenshilfe Auerbach e.V. Träger des „Wohnheims und Wohnpflegeheims für geistig Behinderte Carolagrün.“

In beeindruckender Weise verbesserten sich für die Heimbewohner, die in kleinere, modernere, meist neu errichtete Heime verlegt wurden, Lebensqualität und Selbstständigkeit. Am 30. Juni 2000 endete die 100jährige Geschichte von Carolagrün als Heilstätte, Kinder- und Jugendpsychiatrisches Krankenhaus und Wohnheim.

 

Carolagrün wurde erst 1973 nach Schnarrtanne eingemeindet und war bis dahin ein Ortsteil der Gemeinde Schönheide, Kreis Aue.

Aus der Festschrift „450 Jahre Schnarrtanne 590 Jahre Vogelsgrün 75 Jahre Paul-Gerhardt Kirche“ 2001

 
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