Paul-Gerhardt-Kirche Schnarrtanne

 

"HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt."

                                         

Es gibt Gebäude in Schnarrtanne/ Vogelsgrün, die man kennt und doch nicht zuzuordnen weiß, wenn man ein Foto sieht. So ist es mit diesem Gebäude nicht. Jeder kennt es, jeder erkennt es - es ist die
"Paul-Gerhardt-Kirche" in Schnarrtanne.

Diese Kirche ist 1926 erbaut und am 31.10.1926 geweiht worden. Sie gehört zu diesem Ort und prägt das Ortsbild wesentlich.

Sie trägt den Namen des bekanntesten evangelischen Lieddichters Paul Gerhardt (1607-1676). Zumindest ein Lied dieses Dichters ist ihnen vertraut:

“Geh aus mein Herz und suche Freud....”

Der Name der Kirche wurde für die ganze Kirchgemeinde übernommen:

"Ev.-Luth. Paul-Gerhardt-Kirchgemeinde Schnarrtanne-Vogelsgrün".

Unsere Kirchgemeinde ist Teil der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens. Wir sind die kleinste noch eigenständige  evangelische Kirchgemeinde im Kirchenbezirk Auerbach. Zur Gemeinde gehören heute 470 Gemeindeglieder, die in den Ortsteilen Schnarrtanne, Vogelsgrün, Bad Reiboldsgrün, Albertsberg, Carolagrün und Grünheide wohnen.

Die Eigenständigkeit der Kirchgemeinde besteht erst seit 1909. In den Jahrhunderten zuvor waren die Bewohner dieser kleinen Orte Teil der Ev.Kirchgemeinde Auerbach. Nachdem die Zahl der Bewohner aber um 1900 stark anwuchs und die Heilstätten in Reiboldsgrün und Carolagrün ins Leben gerufen wurden, wuchs die Arbeit sprunghaft an. So wurden die Bewohner der Orte um den Laubberg aus Auerbach ausgepfarrt und eine selbstständige Kirchgemeinde Schnarrtanne/Vogelsgrün ins Leben gerufen. Für die Heilstätten in Reiboldsgrün, Carolagrün und  Albertsberg wurden zudem eigene Kapellen errichtet. Diese stehen heute noch, sind aber inzwischen entwidmet.

Der Bau einer eigenen Kirche in Schnarrtanne war lange geplant, konnte aber erst 1926 ausgeführt werden. Anfangs wollte man 2 Gebäude errichten: Eine Kirche und ein Pfarrhaus mit Wohn-und Gemeinderäumen. Dazu reichten aber die finanziellen Mittel nicht. Und so wurde alles zu einem Gebäudekomplex “zusammengeschoben“. Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus wurden zu einem “ Gemeindezentrum”. Das war 1926 eine bahnbrechende Neuheit. Deshalb steht dieser Komplex unter Denkmalschutz. 

Heute werden Kirchen fast nur noch in dieser Weise errichtet. In diesem Sinne sind wir hier hochmodern und froh, dass wir  nicht überdimensionierte Gebäude erhalten müssen. Die Kirche hat 100 - 120 Sitzplätze, die auch mehrmals im Jahr gebraucht werden. Aber auch an ganz “normalen” Sonntagen herrscht in dieser Kirche niemals gähnende Leere, auch wenn unsere Kirchgemeinde- wie im ganzen Land-  nach 100 Jahren 3/4 ihrer Mitglieder verloren hat.

Das Zerbrechen des christlichen Glaubens in Deutschland macht alle Christen im Land traurig. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir jeden Sonntag miteinander in unserer "Paul-Gerhardt-Kirche" Gottesdienst feiern dürfen. Und wir freuen uns, wenn wir als Zeichen des Lebens täglich und sonntäglich die drei, 2013 neu geweihten und eingebauten, Glocken vom Turm unserer Kirche läuten hören. Unsere Kirchgemeinde braucht dieses Haus und  betet an diesem Ort aus Psalm 26,8:

 

"HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort da deine Ehre wohnt."   

 

 

Kirchgemeindebrief